Basslab: E-Gitarren aus Kassel


Es gibt eine Vielzahl deutscher Gitarrenbauer von denen ich euch hier ein paar vorstellen möchte. Heute werfen wir einen Blick auf die Firma Basslab, die Gitarren und Bässe entwickelt bei denen man im Bezug auf die Optik meinen könnte sie kämen von einem fremden Planeten. Der Verdacht erhärtet sich, wenn man sich neben der Form das Material genauer anschaut und die damit verbundenen Eigenschaften – aber der Reihe nach …

Wenn Physik auf Musik trifft …

Basslab - Gitarrenbauer aus Kassel
Basslab: Gitarren & Bässe aus Kassel

Um klangtechnisch das Beste aus einer Gitarre zu holen, müsste man rein theoretisch direkt auf der Resonanzdecke spielen. Im Umkehrschluss hieße das, dass das Instrument komplett und nur aus Resonanzdecke bestehen dürfte. Ok, damit wären wir ja fast bei Hollowbody-Gitarren und schon haben wir wieder mit der Gefahr von Rückkopplungen zu kämpfen.

Ok, der Bau einer Gitarre setzt einiges an Wissen im Bereich der Akkustik voraus, lassen wir also den Physiker ran und schauen wir was dabei herauskommt.

Wer glaubt, dass wir jetzt warten müssen, bis sich ein Physiker findet der sich ausreichend für Gitarren interessiert, um ein akkustischen Klangwerk zu entwickeln, dem sei gesagt: In Kassel gibt es ihn bereits!

Heiko Höpfinger spielt seit dem 8. Lebensjahr Gitarre und ist zudem Diplom-Physiker, der schon in jungen Jahren wissen wollte wie so eine Gitarre funktioniert und wie man durch Veränderungen einzelner Teile auf den Ton Einfluss nehmen kann.

Basslab Gitarren u. Bässe
verschiedene Basslab-Gitarren und -Bässe
Basslab STD Guitar
STD Guitar

Mit seiner Neugier versuchte der Gitarre-spielende Physiker nicht nur die Körperform der Gitarre so anzupassen, dass sie den Ton bestmöglich wiedergibt, sondern löste sich auch vom klassischen Gitarren-Material dem Holz. Ein Gemisch aus Kunstharz und Graphitfasern, sowie die Hohlbauweise machen den Körper der Gitarre nicht nur leicht und stabil, sondern verbessern auch das Sustain, Ansprache und Attack.

Das Ergebnis der langjährigen Tüfteleien ist ein Instrument bei der jede Ecke und jeder Bogen einen Grund hat und zu einer verbesserten Tonerzeugung beiträgt. Während die Gitarren-Modelle Jinmoid und STD Guitar sehr futuristisch anmuten, gibt es mit der Theta auch ein klassisches Modell, das an eine Telecaster erinnert.

Korpus einer Jinmoid-Gitarre von Basslab
Jinmoid-Korpus ohne alles
Basslab-Gitarre im Bau (Modell Jinmoid)
noch ein paar Arbeitsschritte bis zur Fertigstellung

Das Heiko Höpfinger mit seinem Ansatz und den daraus resultierenden Instrumenten nicht falsch liegt, zeigt die Nachfrage nach Basslab-Instrumenten. 1993 war der erste Prototyp fertig und 2001 stellte er auf der Musikmesse in Frankfurt eine weiterentwickelte Variante vor – mit Erfolg! Neben dem Publikum auf der Messe, weckte der Kassler auch das Interesse des amerikanischen Instrumentenbauers Ned Steinberger, mit dem er darauf begann eine Violine zu entwickelte.

Bestellungen für Gitarren und Bässe bekommt Höpfinger mittlerweile nicht nur aus Deutschland sondern auch aus anderen Ecken der Welt und so sind seine Instrumente auch auf den Bühnen Kanadas bis Japans zu sehen. Neben den akkustischen Vorteilen und der ausgefallenen Optik gibt es sicher noch viele andere Gründe mal eine Basslab-Gitarre in die Hände zu nehmen. In der Zwischenzeit wird Höpfinger weiter am Ton seiner Gitarren tüfteln.


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