Computerspielemuseum Berlin

Digitale Geschichte erleben

Ich bin in den 80ern groß geworden. Für mich gab es also eine Zeit ohne und mit Computern. Meine Generation war von Anfang an dabei als Spielkonsolen die Kinderzimmer eroberten und den Heimcomputern den Weg ebneten.

Meine eigenen Kinder hingegen sind von Anfang an mit Computern und Videospielen aufgewachsen. Für sie ist ein Computer im Haushalt selbstverständlich.

Manchmal erzähle ich ihnen von „Damals“ und wie das so war, aber mit einem Besuch im Computerspielemuseum in Berlin Friedrichshain wurde diese „Damals“ lebendig und ich konnte meine Kinder in meine Vergangenheit führen und sogar noch ein Stück weiter in eine Zeit, die es für mich auch nicht gab.

Das folgende Video gibt einen kurzen Einblick was es im Computerspielemuseum zu sehen und erleben gibt:

Auch wenn es „Museum“ heißt ist es viel mehr als das. Im Folgenden vier Gründe das Computerspielemuseum zu besuchen.

Das Museum

Das Computerspielemuseum liegt in Berlin Friedrichshain. Für Nicht-Berliner: Drei U-Bahn-Stationen vom Alexanderplatz entfernt, fällt man am Bahnhof Weberwiese fast direkt in den Eingang und wird gleich beim Betreten vom dem ersten kommerziellen Computerspiel-Automaten aus den 70ern begrüßt.

Ich muss zugeben, dass der auch heute noch futuristisch Automat mit dem Spiel „Computer Space“ mir nur von Bildern bekannt ist aber mit ihm hat das alles irgendwie angefangen. Schön ihn mal leibhaftig gegenüberzustehen!

Computerspielemuseum Berlin
Computerspielemuseum
Computer Space Arcade Spielautomat
Computer Space Automat

Und schon sehe ich den nächsten Automat, dessen Spiel mir bekannt ist. „Pong“ ist auch heute noch der klare Beweis dafür, dass grafische Rafinesse allein nicht den Spielspaß ausmacht. Zwei Spieler, zwei Striche und eine Kugel können auch stundenlangen Spaß bedeuten. – Und schon ist man mittendrin in der Geschichte der Computer.

Grund 1: Die Ausstellung

Mein erster Computer war wie bei vielen aus meiner Generation der C64. Doch was mein erster Computer war, ist noch lange nicht der wirklich Anfang. In der Ausstellung im Computerspielemuseum sieht man viele Vorreiter des damals verbreiteten „Brotkastens“. Könnt ihr euch vorstellen zum Spielen eine mit einem Spielplan versehene Folie auf den Fernseher zu kleben und alles was die Konsole liefert ist ein Lichtpunkt auf den Fernseher der durch die Folie scheint? – Gab es!

Computer Museum Berlin
Computer–Geschichte hautnah
Magnavox Odyssey (1972) - Spielekonsole
Magnavox Odyssey von 1972

In der Ausstellung sind viele interessante Exponate ausgestellt, ohne die es das was wir heute als Computer, Smartphones etc. kennen gar nicht geben würde.

Grund 2: Die Spielhalle

Der Vorreiter der Spielkonsole ist der Spielautomat. Früher ist man zum Daddeln nicht zum Kumpel gegangen sondern in eine Bar oder Spielhalle. Und statt 400 Euro für eine Konsole und Spiele auszugeben, hat man Münzen in einen Automaten gesteckt.

Ich kenne dieses Gefühl auch nicht so intensiv. Diese Zeit hat mich nur sehr knapp gestriffen aber im Computerspielemuseum kann man genau das erleben und es ist der Hammer!

Spielautomat Frogger (Berlin)
Frogger Automat
Spielautomatten im Computerspielemuseum
Mini-Spielhalle

In einer kleinen Spielhalle sind einige Automaten aufgestellt. Eng gedrängt steht man an den Automaten und spielt Pac-Man, Frogger, Space Invaders und andere Spiele aus vergangenen Zeiten. So ungefähr muss es damals gewesen sein!

Mein Highlight war übrigens der Pac-Man-Tisch. Auf einem in den Tisch eingelassenen Bildschirm spielt man abwechselnd gegeneinander Pac-Man. Geld ziehen einem die Automaten nicht aus der Tasche, die Benutzung ist kostenfrei.

Grund 3: Die Kinderzimmer

Kinderzimmer im Computerspielemuseum (Berlin)
Kinderzimmer aus den 80ern

Die Spielekonsole und der Heimcomputer erobern die Kinderzimmer und schwupps sind wir in der Zeit, die meine Kindheit bestimmt hat. Liebevoll und sehr detailgetreu sind ein paar Kinderzimmer im Computerspielemuseum nachgestellt.

Und so lässt man sich auf seinem alten Schreibtischstuhl vor der C64-Tastatur nieder, rechts daneben steht die Datasette und auf dem alten Röhrenfernseher läuft das Spiel.

Und genau hier, sehen meine Kinder plötzlich lebendige Bildern von dem was ich sonst erzähle.

Grund 4: Die Painstation

Computerspiele sind nicht nur Kinderkram. Die Painstation ist der spürbare Beweis dafür und wartet nur darauf von über 18-Jährigen zum Leben erweckt zu werden.

Auf dem eigentlich harmlos wirkenden Metallkasten spielt man Pong. Geht die Kugel ins Aus, dann wird man bestraft. Die auf einer dafür vorgesehenen Stelle platzierte Hand wird entweder erhitzt, es gibt einen Stromschlag oder Schläge mit einem kleinen Gummiknüppel auf den Handrücken.

Painstation im Computerspielemuseum (Berlin)
Painstation

Glaubt mir, da kommt Partystimmung im Museum auf!

Fazit 2

Für mich und meine Familie war es ein toller Nachmittag im Computerspielemuseum – ein lebendiges Eintauchen in die Vergangenheit. Nun wissen auch meine Kinder was ich meine, wenn ich mal wieder von „Damals“ erzähle und sie haben mit eigenen Augen gesehen wie es alles anfing.

Meine Meinung zum Computerspielemuseum: Pflichtbesuch für alle die „Damals“ nicht selbst erlebt haben und die die dabei waren!

Disclaimer: Ich habe für diesen Beitrag und meine Meinung kein Geld bekommen. Ganz im Gegenteil, ich habe sogar den Eintritt für 4 Personen selbst bezahlt. Wenn also etwas doof gewesen wäre, hätte ich es mit Sicherheit auch geschrieben. 😉


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