Saftige Nachzahlung trotz Mieterhöhung?

Erklärungsversuch Betriebskostenabrechnung

Weil es am Jahresende ja immer Geschenke gibt und ein Großteil der Erwachsenen weiß, dass die nicht vom Weihnachtsmann organisiert werden, legt man ja schon ein wenig Geld zurück.

Manchmal habe ich das Gefühl, es gibt Leute die das Wissen und die langen dann ordentlich in die Weihnachtskasse, denn am Jahresende ist die Betriebskostenabrechnung fällig. In aller Regel kann da ja nicht viel passieren, wenn man über die Miete eine angemessene Vorauszahlung leistet, aber dann gibt es ja auch noch unvorhersehbare kalte Winter und unberechenbare Preiserhöhungen.

Im letzten Jahr war in unserem Fall deshalb eine Nachzahlung von 390 Euro fällig und damit verbunden eine Mieterhöhung, die eine weitere Nachzahlung verhindern sollte. Vorher zahlen ist eben eine totsichere Methode.

In diesem Jahr kam dann völlig unverhofft erneut eine Nachzahlung auf uns zu. Dieses mal waren es sogar mehr als 500 Euro!

Ein Vergleich mit dem Bescheid aus dem Vorjahr zeigt zeigt, dass die Kosten nahezu identisch sind. Mit meinem mathematischen Verständnis nach 13 Jahren Schule versuchte ich nun folgende Fakten unter einen Hut zu bringen:

  • die zu zahlenden Beträge sind in beiden Jahren nahezu identisch
  • es gab eine Mieterhöhung um die Kosten im Voraus zu erhalten
  • die Nachzahlung im Folgejahr ist höher (trotz Mieterhöhung)

Da ich keine Lust hatte meine ehemalige Mathelehrerin anzurufen, fragte ich bei der Wohnungsbaugesellschaft selbst nach, warum trotz Mieterhöhung die Nachzahlung im Folgejahr nicht kompensiert wurde. Und die Antwort macht mathematisch total Sinn!

Die Ursache für die doppelte Nachzahlung

Im Oktober 2014 wird nicht etwa das gerade abgelaufene Jahr 2014 betrachtet sondern das Jahr 2013 (Januar – November). Somit wurde Ende 2013 das Jahr 2012 (Januar – November) betrachtet.

Achtung, Konzentration jetzt, ich erkläre es nur zweimal!

Erklärungsversuch 1

Die Ende 2013 ermittelte Nachzahlung war also für das Jahr 2012, die Miete wurde jedoch erst zum November 2013 erhöht. Das heißt, dass man das ganze Jahr noch gar nicht die nötige Anpassung gezahlt hat und somit die Nachzahlung im Folgejahr bei gleichen Kosten vorprogrammiert ist.

Erklärungsversuch 2

Da das Ganze ein wenig verwirrend ist und ein wenig mit Zeitreise zu tun hat, hier ein weiterer Erklärungsversuch: Wenn man Ende 2014 eine Betriebskostenabrechnung bekommt, dann erfährt man quasi was man vor einem Jahr (2013) verbraucht hat. War man 2014 genau auf diesem Niveau, dann kann man sich im Folgejahr auf eine ähnliche Nachzahlung freuen. Ab 2015 zahlt man dann erst durch die Mieterhöhung das, was man hätte bereits 2013 zahlen müssen, um keine Nachzahlung zu bekommen.

Fazit

Durch die verschleppte Mieterhöhung, zahlt man also gefühlt doppelt. Mathematisch haut das aber komplett hin. Das Positive an dieser extrem verzögerten Betriebskostenabrechnung ist, dass man bei einer Rückerstattung die natürlich auch zweimal hintereinander bekommt, sofern man im Verbrauch nicht zulegt oder die Preise steigen.

Alles verstanden?

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