Beweg dich!

Der moderne Bewegungsstillstand

Keine Sorge, ich möchte mit diesem Beitrag nicht dazu aufrufen ab morgen um 6 Uhr in Jogging-Klamotten vor der Tür zu stehen. Es geht nicht um Sport, sondern um Bewegung und das sind zwei Dinge die weiter auseinander liegen als man vermuten mag.

Es spricht ja nichts dagegen sich Reserven aufzubauen, aber bei unseren heutigen Ernährungsmöglichkeiten sind Fettreserven das Letzte was wir brauchen. Die goldene Regel: Je mehr man sich ernährt, desto mehr sollte man sich bewegen, denn unser Körper hat auch in tausenden von Jahren Evolution noch nicht verstanden, dass die nächste Nahrungsquelle immer gleich um die Ecke ist!

Bewegungslos zur Beute

Aber fangen wir ganz am Anfang an: Unsere Vorfahren waren Jäger und Sammler. Beides hatte mit sehr viel Bewegung zu tun. Die Jagd hat sich heute darauf reduziert mit dem Auto sehr nah an die Beute heranzufahren und sie dann nahezu kampflos in einem rollenden Metallkäfig zu legen. Die Bewegung bei der Jagd haben wir also auf ein Minimum reduziert. Oder wir lassen uns die Beute bringen, doch auch der Beutevermittler kommt im rollenden Gefährt, klingelt an der Tür und legt sie einem dann quasi vor die Füße. Unsere Hauskatzen haben sich das mittlerweile auch gut abgeschaut.

Wenn man es genau nimmt, hat das Jagen heutzutage viel mehr Ähnlichkeit zum damaligen Sammeln und genau diese Tätigkeit haben wir auch optimiert. Wir sammeln nämlich Pfunde, am eigenen Körper. Man weiß ja nie wofür man die mal brauchen könnte! Im Prinzip ist unser Körper eine riesengroße Spardose für Energiereserven. Wir brauchen also nichtmal mehr die Beute holen gehen oder bringen lassen, sondern könnten eigentlich auf die körpereigenen Reserven zurückgreifen … KÖNNTEN! …

Bewegungsausgleich

Wir haben also im Laufe der Zeit die Bewegung nahezu komplett unserem Jagd- und Sammelverhalten weg-optimiert. Unsere Beute ist im Vergleich dazu deutlich größer geworden. Es ist nicht so, dass wir jetzt jeden Tag ein Mammut verspeisen … aber so ähnlich.

Den Bewegungsmangel könnten wir nun mit Sport ausgleichen, aber es ist völlig in Ordnung, nicht den Wunsch zu verspüren sich Abends im Fitness-Studio zu quälen, zumal es fraglich ist, ob man die gewünschten Ergebnisse erzielt. Wenn man sich das Publikum in diesen Sportanstalten anschaut, könnte man manchmal den Eindruck gewinnen, man erreiche dort eher das Gegenteil.

Zurück zur Bewegung

Den Mangel an Bewegung auszugleichen bekommt jedoch man ohne viel Aufwand hin. Dazu muss man nicht mit dem Speer durch einen Supermarkt rennen. Alles fängt mit einer einfachen Frage an: Wo reduziere ich aus Gründen des Komforts Bewegung? Wer mit dem Segway vom Wohnzimmer in die 2 Meter entfernte Küche fährt, könnte zum Beispiel sofort Komfort gegen Bewegung eintauschen.

Und auch wer kein Segway hat, wird mit etwas Aufmerksamkeit unzählige Möglichkeiten finden mit Bewegung (und ohne viel Aufwand) zum gleichen Ziel zu kommen wie mit einem der im Folgenden aufgeführten Bewegungsreduzierer:

  • Auf einer Rolltreppe muss man nicht stehen auf der linken Seite kann man in den meisten deutschen Städten ungehindert laufen.
  • Wo ein Fahrstuhl ist, sind Treppen nicht fern und solange man nicht mehr als 3 Etagen überbrücken möchte, ist eine Treppe eine sehr gute Alternative.
  • Warum soll die nächstgelegene Haltestelle denn die Bessere sein? In Großstädten liegt die nächste Haltestelle nur 2 Minuten Fußweg entfernt!
  • Für einen Fahrweg von unter 5 Minuten das Fahrrad zu nehmen ist den Aufwand nicht immer nötig.
  • Man sollte nicht immer soviel nehmen wie man tragen kann, sondern lieber mehrmals gehen. Das hört sich total ineffektiv an ist aber ein gesunder Bewegungsspender.
  • „Kannst du mir mal bitte XY rübergeben!“ – Steh auf und geh selber!

Das sollen nur mal ein paar Anregungen zu sein, es gibt noch tausend andere Möglichkeiten!

Bewegungs-Theorie in der Realität

Kritikern sei die Frage eingeräumt, ob es denn überhaupt etwas bringt sich zu bewegen. Ja logisch! Unser Körper ist ein Bewegungsapparat und wer den später nicht aufwendig ölen und schmieren lassen will, der hält ihn heute in Bewegung. Vor dem Fernseher zu stehen und die Arme Baumeln zu lassen wäre ja schonmal ein Anfang, aber letztlich nicht so effektvoll. Bewegung ist völlig unschädlich und steht zur damit erzeugten Abnutzung in einem sehr guten Verhältnis. Und nochmal: Bewegung hat nichts mit Sport zu tun!

Ich habe meine Theorie übrigens mal ausprobiert und es ist tatsächlich so, dass man ohne großen zeitlichen Aufwand das Bewegungspensum verdoppeln kann! Ich werde darauf nochmal in einem gesonderten Beitrag eingehen und mal ein preiswertes Mess- und Motivations-Instrument vorstellen!

Zum Abschluss werde ich mal kurz zum Finanzberater: Damit nichts schief geht, beachtet bitte folgenden Hinweis. Man sollte zu den Bewegungsalternativen nur greifen, wenn man Zeit über habt. Auf keinen Fall solltet man Zeit verwenden die dann woanders fehlt. Wer mehr als 8 Stunden am Tag schläft oder mehrere Stunden am Tag Unterhaltung konsumiert (Fernsehen, Videospiele, etc,) der braucht sich hingegen keine Sorgen machen, der hat ja ein dickes Zeitkonto und kann da ordentlich zulangen.

So, und jetzt hoch! Es wird Zeit für die ersten Schritte am heutigen Tag!

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