Buchtipp: Auto-Design „Made in America“

Bildband Car Design

Die geschichte des amerikanischen Auto-Designs
fast 400 Seiten starker Bildband

Ich hatte auf der kürzlich stattgefundenen Automesse AMI in Leipzig ja die Hersteller von „Übersee“ vermisst. Zwar gab es das eine oder andere amerikanische Modell als Blickfang an den Ständen für Autozubehör, aber die Messe war im Bezug auf die Autohersteller klar auf den europäischen Automarkt ausgerichtet.

Ich habe jedoch eine gute Alternative gefunden mich an amerikanische Automobilen satt zu sehen und kann dabei ganz entspannt auf der Couch sitzen: ein Bildband zum Thema Car Design vom teNeues Verlag.

Das Buch „Car Design America“ von Paolo Tumminelli gibt eine umfangreichen Einblick in das was die amerikanische Autoindustrie hervorgebracht hat. Auf fast 400 Seiten liefert dieser Bildband neben sehr schönen Fotos auch interessante Informationen zu den jeweiligen Modellen und viele Hintergrundinfos. Wusstet ihr zum Beispiel, dass das Ford T Modell (um 1915) überwiegend in schwarzem Lack ausgeliefert wurde, weil diese Farbe schneller trocknete?

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Dodge Charger (1969)
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Pontiac Grand Prix (1964)

Während man sich durch das Buch blättert, spürt man den amerikanischen Pioniergeist der sich auch auf das Design der Fahrzeuge niederschlägt. Außerdem wird klar, dass dem Auto in den Staaten eine ganz andere Bedeutung beigemessen wird als bei uns in Europa. Das zeigt nicht nur die Vielzahl an Autoherstellern in den USA, die unterschiedlichste Modelle vom Band ließen, bei denen zum Teil auch das Motto zu gelten schien: „Wer nicht wagt der nicht gewinnt.“ – Ein Großteil dieser Fahrzeuge hat auch heute nicht an Flair verloren (siehe Ford Mustang) und ist unvergessen geblieben.

So wie zum Teil in die Bauweise, macht auch die Namensgebung deutlich, dass Understatement keine Eigenschaft der Amerikaner ist. Von einem deutschen Hersteller wird man wohl kaum ein Fahrzeug sehen, dass als offiziellen Modelnamen Bezeichnungen wie „Herausforderer“, „Feuervogel“, „Puma“, „Pfeil“ und eben „Mustang“ trägt.

Dass sich amerikanisches Design im Fahrzeugbereich vom europäischen abhebt zeigt, dass amerikanische Autos auf deutschen Straßen sofort auffallen (Ford Super Duty, Hummer)

Leider wird die optische Kluft zwischen amerikanischer und europäischer Bauweise immer kleiner, jedoch hat Paolo Tumminelli die entscheidenden und charakteristischen Modelle der Vergangenen Jahre zusammen gebracht. Das Buch „Car Design America“ ist nicht nur ein Bildband, sondern auch ein Nachschlagewerk, das in zweisprachigen Texten (englisch und deutsch) die Geschichte des amerikanischen Autodesigns vermittelt.

Fazit: Dieses Buch ist mit Sicherheit eine schöne Geschenkidee für Autofreunde. Wer jetzt aber nicht bis zum Geburtstag oder Weihnachten warten möchte, legt sich das Geld für die nächsten Autozeitschriften zurück oder belohnt sich einfach mal was zwischendurch, denn irgendwie ist dieses Buch auch ein Genussmittel. Für die unter euch, die sich jedoch mehr für europäisches Auto-Design interessieren, hat der teNeues Verlag auch ein Buch parat …

Abbildungen: (c) Car Design America – Myths, Brands, People, edited by Paolo Tumminelli, published by teNeues, www.teneues.com

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