Lesen auf elektronischem Papier

Papierlose Bücher

Würde ich an dieser Stelle Lobeshymnen auf eine Alternative zu Büchern (aus Papier) geben, dann kann ich mir die Reaktionen schon vorstellen. Mit Rücksicht auf die leidenschaftlichen Bücherwürmer unter euch, die beim Lesen nie auf den Geruch von Papier verzichten könnten, stelle ich euch das E-Paper und die entsprechenden Lesegeräte möglichst neutral vor.

elektronisches Papier (e-Paper)
papierähnliches Display: elektronisches Papier
eBook-Reader mit elektronischem Papier
Anschlüsse eines eBook-Readers

Fangen wir bei der elektronischen Tinte an: Was soll das überhaupt sein? Also mit Papier hat das nicht ganz so viel zu tun, aber wahrscheinlich ist das einfach einfacher zu verstehen und deshalb bleiben wir bei den folgenden Erklärungen hoch unwissenschaftlich.

Wie funktioniert’s?

eBook-Reader (Sony PRS-T1)
Sony PRS-T1

Um eine Darstellung auf herkömmliche Bildschirme zu bringen braucht es Strom. So lange das Bild angezeigt werden soll wird ebenfalls Strom benötigt. Und genau hier unterscheidet sich das elektronische Papier (kurz E-Paper) von den herkömmlichen Displays. Beim E-Paper wird der Strom nur benötigt um das Bild „aufzubauen“. Der Bildschirm besteht aus vielen sehr kleinen Mikrokapseln mit schwarzen und weißen Teilchen. Durch angelegte Spannung wird bestimmt, welcher dieser „Farbteile“ zu sehen ist. Eine Mikrokapsel kann dabei nicht mit einem Pixel gleichgesetzt werden. Wehr mehr dazu wissen möchte, der wird im Internet unter dem Stichwort „Elektrophorese“ fündig.

Um es nochmal auf den Punkt zu bringen: Beim elektronischen Papier wird nur beim Umblättern Strom verbraucht, nicht aber beim angezeigten Bild. Wer also einen eBook-Reader mit eletronischem Papier hat, der kann sich schon mal abgewöhnen den Ausschalter drücken zu wollen, wenn man mal mehrere Stunden nicht liest.

Eine wahre Alternative zum Buch?

Ok, technisch klingt das ja alles innovativ und das da mehrere tausend eBooks unterbringen kann, dass hat uns die Werbung für eBook-Reader ja auch zu genüge mitgeteilt. Wir wollen die Liste der Vorteile aber ein wenig erweitern:

So ist das Display ziemlich kontrastreich und reflektiert nicht bei Lichtquellen wie z.B. der Sonne. Im Dunkeln ist man jedoch auf eine Lampe angewiesen. eBook-Reader können eine Vielzahl an Dateiformaten lesen. Besonders interessant ist hier für den einen oder anderen neben dem EPUB-Format auch PDF und TXT. Die Geräte sind klein und handlich und die Platzersparnis im Vergleich zu den Büchern die man auf so einen eBook-Reader tut unschlagbar. Selbst in der Bibliothek lassen sich mittlerweile elektronische Bücher ausleihen.

Sony PRS-T1 (eBook-Reader)
Bücher im Taschenformat
handlicher E-Book-Reader von Sony (PRS-T1)
kleiner, handlicher eBook-Reader

Es gibt leider auch ein paar Nachteile: Das Lese von gekauften Büchern mit Kopierschutz ist meines Erachtens zu umständlich. Man benötigt von Adobe die Software „Digital Editions“ die wie eine Art iTunes über die gekauften Bücher „wacht“. Abhängig vom eBook-Reader ist dann noch die vom Hersteller beigelegte Software notwendig, um diese Bücher dann für den Reader freizuschalten. Außerdem sind die Preise für die meisten eBooks großer Verlage noch viel zu hoch. Warum ein elektronisches Buch genauso teuer ist wie ein Buch aus Papier, ist wahrscheinlich schwer gegenüber dem Verbraucher zu erklären, wenn man mal die Produktionskosten vergleicht – deshalb tut man es auch nicht.

Fazit

Auch wenn ich für den Durchschnittsverbraucher die Benutzung eines eBook-Readers (durch den zusätzlich benötigten PC und Software) noch ein wenig zu kompliziert finde, empfinde ich die mit elektronischem Papier ausgestatteten eBook-Reader als brauchbare Gadgets. Ja, mich hat’s auch überzeugt und ich bin bereits im Besitz eines eBook-Readers.

Tipps zum Kauf eines eBook-Readers

Zum Abschluss noch ein paar Tipps falls ihr euch einen eBook-Reader zulegen möchtet.

Bildschirm
Augen auf beim Reader-Kauf, denn: es werden auch Geräte als eBook-Reader verkauft die TFT- oder LCD-Bildschirme haben. Das hat nichts mit elektronischem Papier zu tun. Stattdessen sollte man nach E-Ink, SixPix, digitaler Tinte oder ähnlichem Ausschau halten. Diese (Marken-)Namen sind nur andere Bezeichnungen für das was man als elektronisches Papier bezeichnet. Beim Touchscreen solltet ihr bedenken, dass da eine zusätzliche Schicht auf dem Bildschirm ist, die auch ein wenig zu Reflektionen beitragen kann.

Preis
Ein eBook-Reader fängt bei ca. 100 Euro an (die große Ausnahme stelle ich euch demnächst vor). Je nach Ausstattung kann das auch gern mehr werden.

Schnickschnack
Ob ihr einen MP3-Player, WLAN, einen Internetbrowser, Kalender, Touchscreen etc. benötigt, das müsst ihr selbst wissen. Manchmal ist weniger aber auch mehr, denn ihr kauft einen eBook-Reader und keinen Tablet-PC – mit dem kann sich der eBook-Reader nämlich überhaupt nicht messen!

Ein Gedanke zu „Lesen auf elektronischem Papier“

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