Im „Oldtimer“ auf der Spree

Faltboot vom VEB Pouch

Wenn sich die Möglichkeit ergibt, bin ich ja gern mal im Kajak auf der Spree unterwegs. Der Sommer hat da ja dieses Jahr nicht so mitgespielt und so gab es kaum die Gelegenheit. Doch kurz vor’m Jahreszeitenwechsel zum Herbst war es am Wochenende nun doch noch ganz schön und so ergab sich doch noch die Chance die Spree zu „bepaddeln“.

Es ging dieses Mal jedoch nicht im Einer auf’s Wasser. Da der beste Freund auch mitkommen wollte, entschieden wir uns für einen Zweier, aber einen ganz besonderen. Bei dem Boot unserer Wahl handelte es sich um ein Faltboot vom VEB Pouch.

Faltboot Pouch RZ 85 (2er-Kajak)
Faltboot aus den 70ern (Pouch RZ 85)
Pouch Faltboot RZ 85 (Zweier)
Platz für zwei ausgewachsene Männer
Sitz und Bodenleiter im Faltboot/Faltkajak (Pouch RZ85)
Sitz und Bodenleiter im Faltboot
Waschbordspitze Faltboot RZ 85 (KTW Pouch VEB)
Waschbord mit altem Pouch-Logo

Bei der „alten Dame“, die wir aus dem hintersten Winkel im Bootsschuppen holten handelte es sich um ein RZ 85, das irgendwann in den 70ern gebaut worden sein muss. Um ehrlich zu sein, sah man dem Faltboot das Alter auch an und so stand erst einmal eine Grundreinigung auf dem Plan, um das Boot vom Dreck und Staub zu befreien. Bei einer Länge von 5,50 Meter und 0,85 Meter Breite gab es eine Menge Faltboothaut (Elephantenhaut) die von ihrem grau-schwarzen Überzug befreit werden wollte. Der Zusammenbau des Faltbootes hätte aber sicherlich länger gedauert, als die Reinigung.

Den Bootsboden dieses Faltkajaks zierten bereits ein paar Flicken und auch die Senten (Leisten im unteren Seitenbereich) hielten nicht komplett zusammen oder waren angebrochen. Das hielt uns aber nicht davon ab, mit diesem Oldtimer die Spree zu „begehen“. Das Wetter hätte aber auch ein Kentern in der Spree zu Vergnügen gemacht.

Spanteund Bodenleiter im Faltboot (Pouch RZ 85)
Spante und Bodenleiter im Inneren
Bodenleiter vom Faltboot
Nummerierung auf der Bodenleiter als Bauanleitung
Bodenleiter Faltkajak
altes Holz, altes Metall, alte Markierungen
Spant im Faltboot RZ 85 (Pouch VEB)
Spant im Bootsrumpf des Faltbootes

Mit 30 Kilogramm Gewicht un den unhandlichen Maßen, braucht es schon zwei Mann, um das Boot aus dem Bootsschuppen ins Wasser zu tragen. Erstaunlich sind diese Dimensionen schon, wenn man bedenkt, dass das Faltboot eigentlich nur aus ein paar sehr schmal anmutenden Leisten besteht, die das Gerüst bzw. das Skelett des Kajaks bilden und von einer Haut „zusammengehalten“ werden.

250 Kilogramm kann das Faltboot tragen und so stellten der beste Freund und ich zumindest für die Tragfähigkeit des Pouch RZ 85 keine große Herausforderung dar. Hat man die 30 Kilo „unhandliches Boot“ dann ersteinmal zu Wasser gelassen, stellt das Einsteigen (dank stabiler Bodenleiter) nicht so eine Schwierigkeit dar wie man vermuten könnte und wie es bei so manchem Einer-Kajak dann schon eher der Fall ist. Ja und dann kann die Fahrt auch schon los gehen!

Bugspitze vom RZ 85 ( Pouch Faltboot)
Bugspitze vom Pouch RZ 85
Steuer am Pouch Faltboot (2er Kajak)
Steueranlage und Ruder
Faltkajak wird zu Wasser gelassen (KTW Pouch RZ 85)
Die „alte Dame“ wird zu Wasser gelassen
Kajak-Oldtimer auf derSpree
im „Oldtimer“ auf der Spree

Aufgrund der Länge hat das Boot einen sehr zügigen Lauf. Unser Problem war nur, dass wir uns vor dem Seegang nicht richtig um die Steueranlage gekümmert hatten. Die viel zu langen Seile konnten nicht mit den Füßen bedient werden und das Ruder schlakkerte somit unwillkürlich herum und lenkte auf unberechenbare Art und Weise von selbst. Die Konsequenz war also das permanente Gegenpaddeln bei zügiger Fahrt, um den Motorbooten in der Fahrrinne nicht zum Hinderniss zu werden.

Ja, aber so ist das, wenn man mit einem Oldtimer unterwegs ist und trotzdem hatten wir eine Menge Spaß in einem Faltboot aus den 70ern. Das Faltboot war übrigens trotz Flicken und dem hohen Alter der Außenhaut recht dicht. Den Großteil des Wassers haben wir uns mit den Paddel ins Boot geholt.

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