Lernbericht statt Zeugnis

Bewertung ohne Zensuren

Wie Einige von euch bestimmt wissen, gibt es in den Berliner Schulen derzeit weder eine 1. UND 2. Klasse (das ist jetzt eins) und auch Schulnoten gibt es nicht und somit am Jahresende auch keine Zeugnisse mit Zensuren wie es die „Älteren“ unter uns gewohnt sind.

Der Grund für die „Abschaffung der Schulnoten“ ist wohl (so hört man es oft aus dem Bereich der Schule) die Schüler gerade am Beginn nicht mit Noten abzuschrecken und zu demotivieren. Ich weiss nicht wieviele von uns die Schulnoten früher eher als Ansporn gesehen haben – aber es ist nun halt wie es ist.

Zeugnis Grundschlue
3-seitiger Lernbericht für Grundschüler
Lernkompetenzen Grundschul Lernbericht
Bewertung der Lernkompetenz

Einige sehen nun das Problem, dass sie ohne Zensuren nicht wissen wie ihr Nachwuchs in der Schule steht. Das halte ich für Quatsch, denn im Lehrergespräch lässt sich dass sogar noch genauer darstellen, als in Schulnoten. Ähnlich fällt nun auch das „Zeugnis“ an der Grundschule in den ersten zwei Jahren aus. Der Lernbericht besteht aus drei A4-Seiten (einseitig) und führt die verschiedenen Lernkompetenzen in Bereich wie Musik, Mathe, Deutsch etc. auf. Die Bewertung erfolgt in 4 Ausprägungen: „Kompetenz sehr ausgeprägt“, „Kompetenz ausgeprägt“, „Kompetenz teilweise ausgeprägt“ und „Kompetenz gering ausgeprägt“ zur Verfügung.

Bewertungsbereiche:

  • Deutsch
    • Sprechen und Zuhörer
    • Schreiben, Texte verfassen
    • Sprache und Sprachgebrauch
    • Lesen, mit Texten und Medien umgehen
  • Mathematik
    • Allgemeine mathematische Fähigkeiten
    • Form und Veränderung
    • Zahlen und Operationen
    • Größen und Messen
    • Daten und Zufall
  • Sachunterricht
  • Kunst
  • Musik
  • Sport

Zu jedem Lernbereich sind deren Bewertungsbereiche sind die verschiedenen bewerteten Lernkompetenzen aufgeführt.

Ich muss sagen, dass ich diese Art der Bewertung viel ausführlicher finde und damit auch mehr anfangen kann als zu sehen, dass mein Kind in Mathe eine 4 hat (hat es nicht) ohne im Detail zu sehen wo es hapert. In einem Gespräch ließe sich soetwas wie gesagt in jedem Fall klären.

Der Lernbericht zeigt übrigens mehr als nur die Fähigkeiten des Grundschülers in den verschiedenen Bereichen, er spiegelt auch die Arbeit der Lehrer wieder. Jedes „nv“ auf dem Lernbericht heisst „nicht vermittelt“ und in Gesprächen mit den Lehrer zeigt sich schnell, dass einige der Grundschüler dem Stoff einfach nicht gewachsen sind und dadurch auf manche Dinge intensiver eingangen wird als auf andere, wodurch auch Sachen auf der Strecke bleiben und nicht vermittelt werden können.

Eine weitere Sache die man sieht ist, dass manche Bereiche nur sehr kurz und selten dran kommen und eine realistische Bewertung gar nicht möglich ist. So hat Kind1 z.B. für „gibt Rhythmen sicher wieder“ und einige andere Lernkompetenzen im Bereich Musik die Bewertung „teilweise ausgeprägt“. Irritierend dabei ist der Umstand, dass Kind1 seit dem 5. Lebensjahr Klavier spielt, aber die Information, dass er sich nur schwer an Musikunterricht erinnern kann, relativiert die Bewertung.

Die Bewertung der Grundschüler mit Schulnoten KANN übrigens ab Klasse 3 eingesetzt werden, muss aber spätestens ab Klasse 4.

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