Das Sportplatz-Drama

Kein Ort für die Öffentlichkeit?

Wie bereits berichtet, wurden wir in der letzten Woche mit Kind und Kegel des Sportplatzes verwiesen, den wir in der Vergangenheit regelmäßig genutzt haben.

Wie uns mitgeteilt wurde war die Polizei bereits auf dem Weg … verständlich bei den vielen, gefährlichen Fußball spielenden Kindern. Der zweite Hinweis des „Platzverweisers“ war, dass es für das Verbot diesen Platz zu nutzen auch ein Schild gibt.

Mission 1: Verbotsschild-Suche

Einmal in der Woche dreh(t)e ich morgens auf dem Sportplatz meine Runden (im Moment sind alle Eingänge abgeschlossen). Ein Schild ist mir dabei noch nie aufgefallen, obwohl ich von den ca. 5 Eingängen des Platzes schon durch fast jeden mindestens einmal den Sportplatz betreten habe. Aber vielleicht bin ich morgens auch einfach nur blind, deshalb machte ich mich auf die Suche nach den „Betreten verboten“-Schildern.

Unsichtbares Schild am Sportplatz
Suchbild: Wo ist das Sportplatz-Schild?
Verstecktes Schild am Sportplatz
… und jetzt besser zu sehen?

Und ich wurde tatsächlich fündig! – Ok, ganz einfach war es nicht, das gebe ich zu, denn das Schild ist an nur einem einzigen der ca. 5 Eingänge angebracht. Das zweite Problem ist, dass das einzige Gebüsch weit und breit GENAU vor diesem Schild gepflanzt wurde. Da hat jemand Maßarbeit geleistet und wenn der Strauch noch Blätter getragen hätte, hätte ich das Schild nie gefunden. Die letzte Schwierigkeit bei diesem Schild ist, dass selbst wenn man dann mitten im Gebüsch steht schwer zu lesen.

Mission 2: Kontakt mit dem Bezirksamt

Das Schild existierte also, auch wenn es scheinbar in der Vergangenheit wirkungslos war und sich trotzdem nichts an der Tatsache ändert, dass das gemeine Fußvolk selbigen nicht auf diesen Platz setzen darf.

Ich schickte also eine Mail an die entsprechende Dame im Bezirksamt, die wohl für diesen Sportplatz zuständig ist und bat um Aufklärung. Eine freundliche Antwort hatte ich auch einige Tage später. Grund für die Sperrung des Platzes für die Öffentlichkeit sind demnach:

  1. Kackende Hunde, die wohl Auslauf von ihren Besitzern auf diesen Platz bekommen
  2. Party feiernde Jugendliche, die als Location den Sportplatz nutzen
  3. Abkürzer, die über den Platz einen Teil ihres Weges sparen – klar, fast 4.000 Quadratmeter nehmen ’ne Menge Platz weg

Also 1.) kann ich völlig verstehen, wobei ich mir wirklich frage, wieviel Knete man im Kopf haben muss, um seinen Hund auf einem Kunstrasenplatz zu lüften. Ja gut, 2.) ist ein Grund, wobei ich nicht glaube, dass die da Abends im stockdunkeln auf dem Plasterasen sitzen, den die Beleuchtung des Platzes ist immer abgeschaltet, wenn kein Vereinsbetrieb ist. 3.) halte ich für einen Witz, denn da wird ja wohl keine Völkerwanderung über diesen Platz stattfinden.

Die Dame vom Bezirksamt, schickte mir auch Kontaktedaten von Vereinen die den Platz nutzen, um da eventuell meine Kinder anmelden zu können. Sie gab mir aber auch den Hinweis, dass der Platz für die Öffentlichkeit zugänglich ist, wenn sich dort ein Verein oder die naheliegende Schule als Aufsicht befinden.

Jetzt wird es kurios

Ich denke es ist schon eine harte Entscheidung den Jugendlichen ihren Sportplatz wegzunehmen. Der Bezirk in dem ich wohne hat von diesen Jugendlichen eine Menge und die müssen natürlich auch ihre Orte haben, an denen sie sich aufhalten können.

Im Rahmen meiner Tätigkeit des Schulrates einer Grundschule, war ich vor einiger Zeit mit der Anfrage des Bezirksamtes oder Senats konfrontiert, den Schulhof nach Schulschluss für Jugendliche offen zu halten, damit die da ihre Freizeit verbringen können, statt auf der Strasse. Diese Anfrage wurde wohl an alle Schulen in Berlin oder unsern Bezirk gestellt. – Geht’s noch? Sportplätze schließen und die Grundschullhöfe öffnen?

Was mich an der ganzen Geschichte noch interessiert ist, von wessem Geld der Sportplatz gebaut wurde. Ich glaube nicht, dass da die derzeitigen Nutzer zusammengelegt haben.

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